MERIANBADCAFÉ

merianplatz | frankfurt am main

Merianplatz 1888

Historie

Volksbrausebad am Merianplatz

Als eine Schenkung des Frankfurter Bankiers Theodor Stern an die Stadt Frankfurt wurde das erste Volksbrausebad der Stadt im Sommer 1888 eröffnet. Auf einem regelmäßigen oktogonalen Grundriss errichtet, war es im Typ identisch mit dem von Dr. Lassar auf der Berliner Ausstellung 1886 im Modell gezeigten Oktogon. Eine auf Wunsch von Theodor Stern zusammen-getretene Kommission, der neben Stadt-baurat Behnke der Stadtarzt Sanitäts-Rat Dr. Spieß und der ausführende Architekt Chr. Schmidt-Knatz angehörten, projek-tierte das Brausebad zusammen mit der Firma Börner & Co. aus Berlin.

Insgesamt 14 Duschzellen, vier für Frauen und zehn für Männer, füllten, von einem äußeren Gang aus erschlossen, in dem eine Kasse die Abteilung trennte, den Hauptteil der der nur 83 Quadratmeter großen Grundfläche des Brausebades. In dem zylindrisch abgemau-erten Kern stand eingetieft der der Heizkessel zur Warmwasser-bereitung; darüber befanden sich Trockenräume und, als Laterne über dem flachen Zeltdach aufsteigend, der Raum für das Warm-wasser-Reservoir.

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Sämtliche Wände und Decken des Oktogons waren in Monierbeton errichtet: die inneren Wände von 4,5 - 5 Zentimetern Dicke, beidseitig mit Zementputz versehen, die äußeren Umfassungswände zweischalig mit einer äuseren Schale von nur 7 Zentimetern, einer inneren von 3,5 Zentimetern und einer Luftschicht von 3,0 Zentimetern. In entsprechender Konstruktion trennte ein Luftzwischenraum auch die Betondecke von der abschließenden Dachschalung (Kaltdach).

Die Außenwände hatte die Firma August Martenstein & Jousseaux aus Offenbach am Main mit "Polychrom-Zement" verputzt, dessen gelblich-grüner Sanstein, mit dem auch Gesimse, Tür und Fenster-laibungen angelegt waren, dem Bauwerk ein solides Aussehen verleihen sollte.

Der schlichte, etwas gedrückte Bau in den Formen der Renaissance wurde mit 18.600,00 Mark Baukosten verhältnismäßig teuer abgerechnet. Mit einem Preis von 10 Pfennig pro Brausebad erfreute sich die Einrichtung von Anfang an großer Beliebtheit, im Schnitt wurden zwischen einhundertfünfzig und zweihundert Bäder pro Tag genommen, im Jahr 1895 frequentierten insgesamt 45756 Personen das Bad. Selbst 1981 noch, nahezu ein Jahrhundert später, wurden ungeachtet der Entwicklung zum wohnungseigenen Bad, noch 61.000 Besucher am Merianplatz gezählt. In den folgenden 20 Jahren gingen die Besucherzahlen drastisch zurück: im Jahr 2000 waren es im Durchschnitt nicht einmal mehr 40 im Monat.

Weitere Volksbäder entstanden 1903 in Bockenheim, 1904 in Sachsenhausen und an der Würzburger Straße in Bornheim.

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(Quelle: "Ingenieurbaukunst in Frankfurt am Main 1806 - 1914" von Volker Rödel, 1983 Societäts-Verlag)

Das 1888 erbaute und bis ins neue Jahrtausend als Bad genutzte Merianbad erstrahlt nach Abschluss umfangreicher Umbauarbeiten im neuen Glanz.

Wo vor kurzem noch Duschen und Badewannen standen, wird nun im stilvollen Ambiente italienische Kaffee-Spezialitäten, hausgemachter Kuchen und andere italienische Köstlichkeiten serviert.


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Kurz & knapp

1886 als Modell vorgestellt

1888 eröffnet

1945 Wiedereröffnung (Krieg)

1999 Umbaupläne abgesegnet

2000 Umbau

2003 Eröffnung von Manufactum`s Brot & Butter

2005 Eröffnung MerianbadCafé